Mein Umstieg auf headway-Theme

headway-Theme für WordPress

Vor ein paar Tagen habe ich das Theme dieses Blogs geändert. Nun läuft der Blog mit dem kostenpflichtigen Theme „headway“. Von diesem Theme und dem Umstieg auf dieses Theme möchte ich Ihnen hier berichten.

Auf die Idee headway brachte mich Gordon Kuckluck in seinem Blog http://www.geldschritte.de/2010/11/23/headway-theme/

Ich hatte zuerst eine Version von Digg 3 Columns 1.0.2 als Theme und war „na ja“ damit zufrieden, bis ich Gordens Artikel gelesen hatte. Headway hatte halt unheimlich viele Freiheitsgrade, deshalb lies ich mich „verführen“. Beim alten Theme musste ich bestimmte Dinge halt per Hand in den Quellcode bringen, also das Theme modifizieren, doch einiges ging halt nicht so einfach, wie ich wollte. Bei headway sollte das freier gestaltbar sein und ohne Modifikationen gehen.

Deshalb installierte ich das Theme in meinen Blog, nicht ohne vorher glücklicher Weise an eine Datensicherung gedacht zu haben. Das war an einem trüben Wochenende im Dezember letzten Jahres. Und genauso trüb stellte sich nach der Installation mein Blog dar. Da stimmte gar nichts mehr. Die Widgets waren verschoben, ein Logobild hatte ich gar nicht mehr etc.

Deshalb mein Tipp 1: Installieren Sie headway zunächst in einen Testblog

Genau das tat ich auch! Dann begann ich in diesem Testblog mit headway meinen Blog nach und nach auf headway anzupassen.

Ich merkte dabei schnell: headway ist nichts für Anfänger
Sie haben zwar durch den grafischen Editor etwas mit dem Sie sehr gut arbeiten können, doch wenn Sie zum ersten Mal einen Blog installieren, sollten Sie die Finger davon lassen, denn die ganzen Begriffe, die der Editor benutzt sagen einem Anfänger zunächst mal gar nichts. Entweder Sie kämpfen sich durch die englische Dokumentation, die aber auch für den Anfänger zunächst unverständliche Begriffe aus dem CSS benutzt, oder Sie probieren einfach darauf los und schauen, was dabei herauskommt.

Aber es macht Spaß zu sehen, was Sie da alles machen können! Wenn Sie einen neuen Blog beginnen, dann haben Sie wirklich fast alle Freiheiten. Doch wenn Sie Ihren Blog wiederherstellen wollen, dann ist das schon schwieriger!
Es gelang mir auch mit Hilfe von Gordons Footer [http://www.geldschritte.de/2010/11/26/widgetized-footer-headway/] eine Seite hinzustellen.

Und ganz wichtig für Sie: Schreiben Sie im Testblock erst 2 bis 3 Artikel hinein, oder übernehmen Sie die Tabellen xxx_posts und xxx_postmeta aus Ihrem produktiven Blog, dann sehen Sie auch, wie headway Ihre Artikel in der Übersicht und als einzelne Artikel darstellt.

 

Umstiegsplanung

All das geschah natürlich nicht an einem Stück, sondern – da ich ja auch noch anders zu tun habe 🙁 – über mehrere Tage! Der eigentliche Blog hatte neue Beiträge und Seiten erhalten, die im Testblog mit headway natürlich nicht waren. Auch Kommentare waren im Hauptblog dazu gekommen! Somit wich der Haupt-Blog datenseitig enorm vom Testblog ab, so dass eine 1 zu 1 Kopie der Datenbank nicht mehr in Frage kam, um auf headway „produktiv“ umzusteigen.

Beide Blogs hatten sich auseinander entwickelt! Wie bekommt man nun beides wieder zusammen? Dafür muss ich ein wenig auf headway eingehen:

headway legt neue Tabellen in der Datenbank an:

  • xxx_headway_elements
  • xxx_headway_leafs
  • xxx_headway_options

In diesen Tabellen legt headway die Definitionen ab, die sie im grafischen Editor und in den Einstellungen machen.
Ganz klar, diese mussten in den Haupt-Blog überführt werden.
So dann muss das PlugIn von headway – also die Quelldateien – vom Testblog in den Hauptblog.
Davor müssen Sie allerdings darauf achten, dass sie alle Features, Plugins und Anpassungen in dem Testblog gemacht haben.

Und nun kommen ein paar Dinge dazu, die mir zunächst Schwierigkeiten machten. In der Tabelle xxx_headway_options gibt es Verzeichnisnamen, die als gesamter Link eingetragen sind, so z.B. header-image oder header-image-url. Diese Einträge werden leider nicht erneuert, d.h. man muss sie händisch auf die neue Blogadresse anpassen.
Auch gibt es bei headway viele englische Texte, die entweder in der Datenbank in Englisch stehen, oder hart im PHP-Coding programmiert sind, so dass Gordons Übersetzungsdatei oft nicht wirken kann. Hier muss händisch nachgeholfen werden.

Dann aber ist es soweit, Sie können die 3 Dateien aus der Datenbank entladen und in den Hauptblog importieren. Als zweites entladen Sie das headway-Plugin vom Testblog und stellen es in den Hauptblog (Verzeichnis wp-content/themes/headway). Sie sollten so vorgehen, da es in headway ein Verzeichnis headway/media/cache gibt, in das headway reinschreibt, das also auf 777 Zugriffsbeschränkung sitzen muss!

Jetzt fahren Sie Ihren Hauptblock hoch und schauen sich die Bedingungen an. Bei mir war dieser Weg ok mit gewissen Einschränkungen, die mit den benutzen Plugins und sonstigen Bibliotheken zusammen hing.

Die wichtigsten Einschränkungen waren:

  1. Widgets: Wenn Sie Widgets des WordPress-Standards benutzen, wie bspw. den Kalender, dann wird dieser ziemlich unformatiert dargestellt, weil headway nicht auf die Standard-CSS-Definitionen zurückgreift. Somit müssen Sie bspw. die custom.css ausweiten mit den Definitionen, die Sie im Standard-CSS finden. (Suchen Sie beim Kalender bspw. nach wp-calendar und übernehmen Sie diese Definitionen in die custom.css, ohne „body.custom „, dann funktioniert der Standard.
  2. Eigene Javascripts: Wenn Sie wie ich eigene Javascripts in WordPress verwenden, dann müssen Sie diese Dateien in der headway Configuration mit aufnehmen. bei mir sind das z.B. die overlibmvs-Dateien, die mir erlauben „Bubbles“ als Linkkommentare zu verwenden. All diese Dateien müssen in die Configuration des headway übenommen werden.
  3. Eigene CSS: Wenn Sie für Ihre Artikel einges CSS benutzen, so müssen Sie diese in die headway custom.css mit dem Vorsatz „body.custom“ übernehmen, sonst funktionieren sie nicht. Passen Sie auch auf, dass headway andere CSS Definitionen für die h1, h2,… Tags hat, wenn überhaupt. Auch diese müssen entsprechend übernommen werden. Schauen Sie im Quelltext dieses Blogs die Datei custom.css nach, dann sehen Sie, was ich meine!
  4. PHP-Exe: Wenn Sie wie ich PHP in den Artikeln benützen – und ich will nie wieder darauf verzichten – dann funktioniert das sehr gut, solange Sie nicht auf der 1. Summary Seite also der Seite ohne Angabe von Artikeln sind (http://www.Ihrblog.de/)! Hier tut headway mehr als es sollte, es versucht den Code zu berichtigen, weiß aber nix von PHP und stellt die <?php als < ?php dar, was natürlich nur Text darstellt und angezeigt wird. Abhilfe: Sie führen einen Teaser <!– more ein, und legen das PHP-Coding unter den Teaser, dann funktioniert es.

Fazit

Alles in Allem bin ich aber doch zufrieden mit headway! Man muss sich an die Eigenheiten einfach gewöhnen, dann ist headway ein gutes professionelles Theme, das einem mehr gibt als manch anderes! Dass es was kostet, ist bei der Fülle an Möglichkeiten klar! Denn es steckt da sicherlich viel Arbeit drin! Für Leute, die es gleich einsetzen und keine Anfänger sind, ist es sehr zu empfehlen.

Für Leute wie mich, die Ihre eigenen Eigenheiten haben, wie PHP in Artikel, wie overlibmvs, eigene CSS etc. …. nun ja! Wer so rumspinnt, der muss auch mehr machen 🙁

Das war nun mein Bericht, über den Umzug eines Blogs mit eigenen Anpassungen auf headway. Andere – wie z.B Gorden – werden sich da leichter getan haben! Vielleicht sollte ich sagen, je früher sie den Umstieg machen, um so leichter werden Sie es haben. Aber Sie brauchen ein gerüttelt Maß an CSS und HTML-Kenntnissen, um headway ohne Dokulesen anzupassen!

Bernd Klüppelberg

6 Responses to Mein Umstieg auf headway-Theme
  1. Thomas Joachim Richter
    April 16, 2011 | 09:12

    Hallo Bernd,

    auch ich bin vor einiger Zeit durch Gordon auf Headway gekommen und konnte bereits einen meiner Nischenblogs erfolgreich umstellen und bin nach wie vor begeistert. Doch selbst für mich als Webentwickler erforderte es dennoch etwas an Einarbeitung, zumal ich die ganzen Jahre ein Verfechter von Joomla war (und die Vergangenheitsform ist durchaus ernst gemeint).

    Das einzige was mich an Headway momentan noch stört ist die Tatsache, dass sich wohl einige Elemente nicht so einfach übersetzten lassen. Vielleicht sollten wir im Entwicklerforum alle zusammen mal ein wenig „Druck“ machen. Denn mit poEdit ist es kein Problem mit ein wenig Englischkenntnissen seine eigene Sprachdatei zu basteln.

    Alles in Allem ein sehr ausführlicher Artikel und RSS wird auch gleich abonniert.

    Viele Grüße aus dem Frankenland
    Thomas

  2. bernd
    April 16, 2011 | 09:24

    Hallo Thomas,
    da sprichst Du ein wahres Wort. Gordon hat ja schon einiges übersetzt. Doch ist ein Großteil der Texte wirklich hard coded! Da sind keine WordPress Funktionen wie __ der __t benutzt sondern einfach Texte rausgeschrieben.

    Es muss da einiges umgebastelt werden, das kann nur der Hersteller auf seiner source machen, wegen Weiterentwicklungen. Wenn wir da anfangen können wir bei Updates alle modules abmischen 🙁

    Aber über den Druck können wir reden!

    Gruß
    Bernd

  3. Marie
    November 20, 2013 | 14:49

    Hallo Bernd,
    Gordon hat mittlerweile einen sehr verständlichen Kurs auf deutsch gemacht indem alles über Headway erklärt wird, so dass auch Anfänger Headway ohne Probleme verwenden können. http://headway-deutsch.de/
    Aber in Bezug auf dein „rumgespinne“ wie du es so liebevoll nennst hast du natürlich Recht!
    Alles Gute
    Marie

  4. bernd
    November 20, 2013 | 15:11

    Hallo Marie,
    danke für die Erwähnung von Gordons Kurs. Mittlerweile gibt es ja auch eine neue Version (oder soll ich Generation sagen) von headway!
    Da ist noch mehr variabel einstellbar. Habe diese aus Zeitmangel noch nicht benutzt, da braucht es wahrscheinlich auch mehr Zeit,
    bis meine Besonderheiten (= mein rumgespinne), die mir das bloggen vereinfachen, implementiert sind. Ich kann nur hoffen, dass
    die Entwickler von headway die wichtigsten Texte nun nicht mehr hard-coded sondern für Gordon übersetzbar gestaltet haben.
    Aber Du hat auch Recht, ein Blog von Null gleich auf headway, ist leichter als einen bestehenden auf headway zu bekommen.

    Liebe Grüße
    Bernd

  5. Carsten Dohmann
    Januar 9, 2014 | 22:46

    Hallo Bernd, hallo Marie.

    Das Headwaytheme http://www.headwaythemes.de ist gerade in der Version 3.6 erschienen und erheblich verbessert worden. Der Grid und der Design Editor ist komplett überarbeitet und übersichtlicher dargestellt.
    Außerdem muss man nicht mehr „von der grünen Wiese“ starten, da es bereits 4 fertige Child Templates gibt, die man nach seinen Wünschen abändern kann, um schnell professionelle Ergebnisse zu erzielen.

    Wir werden in Kürze eine komplett neue deutsche Supportseite zum Headwaytheme starten unter http://www.headway-support-deutsch.de, wo ihr deutsche Videos und Anleitungen ab Headway 3.6 und WordPress 3.8 finden könnt.

    Wir arbeiten schon lange mit dem Theme und wissen genau, wo es bei dem einen oder anderen hakt. Also nutzt unsere Erfahrung und meldet Euch jetzt schonmal kostenlos an unter http://www.headway-support-deutsch.de, um weitere Infos zum neuen Headwaytheme 3.6 für WordPress zu erhalten.

    LG

    Carsten

  6. Dimitri
    Juli 4, 2014 | 06:44

    Cool, vielen Dank für diese sehr ausführliche Anleitung!,

    Ebenfalls empfehle ich den Headwaykurs auf deutsch unter http://headwaytheme-deutsch.com…. Dort ist auch ein Theme dabei, d.h. Man muss es nicht mehr käuflich erwerben.

    VG Dimitri

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