HTML verstehen; Ein Einstieg in HTML! (Teil2)

HTML verstehen Teil 2

In dieser Artikelserie geht es ja um HTML von Anfang an. Wie Ihnen als genauem Leser bestimmt aufgefallen ist, haben Sie im Teil 1 beim Strukturbeispiel nicht HTML sondern das Wort XHTML gelesen. Außerdem hatte sich Mr. Browser mit Mr. Server über HTML 4.0 unterhalten nicht um XHTML 1.0! Deshalb hier nochmal die Struktur der HTML-Seite, wie Sie sie anlegen sollten.

<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" 
  "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> 
<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="de" lang="de">
  <head> 
    <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; 
         charset=iso-8859-15" />
    <title>Titel der Webseite</title>
    <!-- Evtl. weitere Kopfinformationen -->
  </head>
  <body>
    <p>Inhalt der Webseite</p>
  </body>
 </html>

XHTML vs. HTML

Und nun die Erklärung zum Unterschied von HTML und XHTML! Dafür muss ich aber ein wenig ausholen, und Ihnen die Geschichte des Web ein wenig näher bringen. Die Sprache HTML 4.01 wurde 1999 standardisiert. Da zu diesem Zeitpunkt viele Firmen schon ihre Warenbestellungen über das Web betrieben, brauchte man eine Sprache, mit der man das eindeutig machen konnte. HTML 4.01 hatte aber zu viele Ausnahmen und folgte nicht einer strikten Syntax (also der Sprachbeschreibung und den -regeln), so dass sich unterschiedliche Systeme nicht verstanden.

Da war ein Kunde, der Bestellungen bei mehreren z.B. Handelsfirmen elektronisch durchführen wollte. Der Kunde musste nun wissen, welches System (Programm) auf der Gegenseite seine Bestellung annahm, und je nach Programm ein anderes Format bei seiner Bestellung einhalten, damit das Programm auf der Bestellannahme die Bestellung akzeptierte. Für fast jeden seiner Bestellpartner musste er ein anderes Format einhalten. Bei der globalen Vernetzung der Handelsbeziehungen, war es da für unseren Kunden nicht einfach. Viele Geschäftsmöglichkeiten wurden wieder eingestellt oder gar nicht erst getätigt.

Man brauchte also etwas das jeder verstand. Alle Programme, die sich an einen Standard hielten, sollten Bestellungen verstehen können. Daraus entwickelte man die Sprache XML (eXtensible Markup Language). Diese wurde standardisiert und dient heute als Standard für den Datenaustausch zwischen Bestellpartnern also Programmen.

Aus XML wurde dann für die Sprache HTML 4.01 (Hypertext Markup Language) die Norm XHML 1.0 geschaffen. Denn durch XML hatte man nun die Möglichkeit, HTML so zu beschreiben, dass sie jeder Browser aller Hersteller begreifen und interpretieren konnte. Das vereinheitlichte die Unterschiedlichen „Dialekte“, die die Hersteller von Browsern bisher vertrieben hatten.

Denn Mr. Microsoft hielt sich für so marktbeherrschend, dass er seinen Browser IE in HTML 4.01 bestimmte Interpretationen machen lies, die eine unterschiedliche Darstellung der Seite bescherte. Auf der anderen Seite war Mr. Netscape (Mozilla-Browser-Familie), der natürlich auch nicht locker ließ und seine Interpretation einer HTML-Anweisung als die Richtige erachtete. Mr. Microsoft und Mr. Netscape lagen sich in den 80-90-igern in den Haaren, was Sie beim Einsatz eines Internet Explorers (Microsoft) Version 5 und eines Netscape-Browsers heute noch sehen können! Ja wenn nicht der neue Standard XHTML 1.1 gekommen wäre!

Aber lassen wir mal Mr. Microsoft und Mr. Netscape in Frieden! Was ist der Unterschied zwischen XHTML und HTML ?

XHMTL ist strikter in der Syntax ! XHTML und HTML sind in sehr vielen Anweisungen identisch. Nur in einigen Anweisungen sehen die Darstellungen in XHMTL und HTML etwas anders aus.

Daher kommen auch die Regeln aus Teil 1 mit der „strickten“ Befolgung des Beginn-Tags und des End-Tags. Da war HTML weniger strickt als XHTML ist. Es gibt nur eine Ausnahme von der Regel und das ist das sog. „Single Tag“:
Sie werden bei Bildern auf ein solches Tag treffen. Denn eine Grafik bindet man in HTML folgendermaßen ein:

<img src=“….“>

Sie sehen es gibt ein End-Tag wie z.B. </img>! In XHTML schreiben Sie

<img src=“….“ />

(Achtung da ist ein Leerzeichen vor dem / )!
Ein Single-Tag beginnt und endet also immer mit <xxxx />

Da man ja gerade dabei war, eine Norm für XHTML aufzustellen, hat man aus bestimmten Gründen dann gleich 3 Normen aufgestellt.

Wer erstellt eigentlich diese Normen, fragen Sie?
Nun, das ist das sog. W3C (World Wide Web Consortium)! Man einigte sich irgendwann, dieses Konsortium ins Leben zurufen, um Mr. Microsoft und Mr. Netscape den Machtkampf abzunehmen und einen Standard für das gesamte Netz zu definieren. Heute normiert dieses W3C eigentlich die gesamte Weblandschaft von HTML über XHTML bis CSS u.a. Leider sind aber Mr. Microsoft und Mr. Netscape noch nicht ganz aus dem Rennen, denn sie sitzen im W3C mit dabei! Deshalb gibt es immer noch „Interpretationsspielräume“, wo beide sich austoben. (Aber zu den Inkompatibilitäten kommen wir mal irgendwann)

Arten des XHTML

Der Standard XTHML unterscheidet 3 Normen:

  1. XHTML Transitional: Die Norm verwendet HTML und CSS in gemischten Eigenschaften. Man kann mit CSS (Cascading Style Sheet) Formatierungen einer Darstellung beschreiben, und diese beim HTML benutzen. Es gehen aber auch die aus HTML bekannten Attribute für Formatierungen.
  2. XHTML Stict: Diese Norm verwendet HTML aber ohne seine Formatierungselemente. Diese sind ganz und gar dem CSS überlassen. Diese Norm wird aber sehr selten angewendet. Am Besten, Sie vergessen sie gleich wieder.
  3. XHTML Frameset: Diese Norm ermöglicht es, innerhalb von Webseiten andere Webseiten zu verschachteln. Was man dann Frameset nennt (Frame = Rahmen). Auch diese Norm wird nur noch sehr wenig angewendet, weil es immer wieder zu Kompatibilitätsschwierigkeiten zwischen den Browsern kommt.

Am besten Sie verwenden die Norm XHTML Transitional! Transitional heisst zwar so viel wie vorübergehend, aber das „vorübergehend“ hat sich mittlerweile zum Standard über die Welt verbreitet.

Die Moral von der Geschicht:

Heute schreiben wir das Zeitalter des Internet Explorers Version 8 und des Firefox Version 3.6! Und was ist erreicht?

Mr. Microsoft hat einen Kompatibilitätsmodus als Option in die Version 8 eingebaut, die, wenn sie ausgeschaltet ist, etliche Webseiten nur unvollständig darstellt. Deshalb sollten Sie immer diesen Modus eingeschaltet haben. Mr. Firefox (eigentlich der Sohn oder Enkel von Mr. Netscape) erfreut sich immer mehr Beliebtheit und wird durch Chrome, Safari (für Mac) und Opera darin unterstützt.

Das heißt für Sie als Internetmarketer, Sie sollten sich sowohl den Internet Explorer (IE) Version 6-8, den Firefox sowie Chrome und Opera herunterladen und Ihre Seiten dort ausprobieren! Denn das Zeitalter der Inkompatibilitäten ist noch nicht vorbei!

Bedenken Sie bitte, dass unser Chinese von Teil 1 neuerdings deutsch lernen will, er aber einen Linux Rechner besitzt, wollen Sie ihm doch Ihre deutsche Webseite nicht vorenthalten, oder! Deshalb sollten Sie sich überlegen, dass Sie mit Ihrer HTML-Entwicklung vielleicht doch besser auf Firefox gehen, da der bei Linux läuft, der IE wahrscheinlich nicht. Sie ersparen dem netten Chinesen nur knapp 30 Buchstaben zu lernen, währen Sie seine über Tausend zu lernen müssten! Und Sie wollen Ihn in seinem Bestreben Deutsch zu lernen, sicher nicht enttäuschen!

Hier in diesen Artikeln werde ich mich auf IE-7 und Firefox beschränken, da ich bisher wenig Unterschiede zwischen Firefox, Chrome und Opera entdeckt habe. Safari für den Mac, kann ich nur in der Windows-Version testen, da mir ein MAC nicht zur Verfügung steht.

Das war der 2. Teil von „HTML verstehen“. Heute ging es ein wenig mehr in die Geschichte des Web! Ich verspreche aber dass wir im nächsten Teil, beginnen werden, die einzelnen HTML-Tags zu verstehen.

Bis dahin!
Bernd Klüppelberg

P.S. Bitte schreiben Sie mir doch, welche Inkompatibilitäten Sie zwischen IE und Firefox Ihnen schon begegnet sind, damit ich ggf. darauf eingehen kann. Die Kommentare sind für jeden offen!

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